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DRK spendet 50 000 Euro für Hochwassergeschädigte

BIBERACH – Das Deutsche Rote Kreuz spendet Hochwassergeschädigten im Landkreis Biberach 50 000 Euro. Bei dem Geld handelt es sich um Mittel aus einem Nothilfefonds für Flutopfer des DRK-Bundesverbandes. Das Geld fließt auf das Spendenkonto des Landkreises zur Unterstützung der Opfer des Hochwassers im Kreisgebiet. Auf diesem Konto sind bislang, inklusive der DRK-Spende, insgesamt rund 200 000 Euro eingegangen. Das Geld wird vom Landkreis an die betroffenen Gemeinden ausbezahlt.

DRK-Landespräsident Dr. Lorenz Menz übergibt Landrat Dr. Heiko Schmid symbolisch den Spendenscheck über 50 000 Euro im Beisein des DRK-Kreisvorsitzenden Peter Schneider, Sozialdezernentin Petra Alger sowie den beiden DRK-Geschäftsführern Peter Haug und Michael Mutschler. Foto: DRK/Thomas Warnack

Unwettergeschädigte können sich direkt an ihre Gemeinde wenden und dort einen Antrag auf Spendenmittel stellen. Die Kriterien, nach welchen die Spenden an besonders stark von den Unwettern betroffene Familien und Privatpersonen vergeben werden, wurden von den betroffenen Gemeinden selbst festgelegt. Ziel dieser Regelung ist es, eventuelle Doppelförderungen zu vermeiden. Das Geld soll nur jenen Betroffenen zugute kommen, die es tatsächlich am dringendsten benötigen.

„Die vielen und großen Einsätze bei den Unwettern haben wieder einmal die Kraft des Roten Kreuzes in Notsituationen bewiesen und den Menschen gezeigt, dass sie auf die Hilfe des DRK zählen können“, sagte der DRK-Landespräsident Dr. Lorenz Menz. Nach dem enormen personellen Einsatz und der Hilfeleistungen vor Ort während der Unwetter, unterstütze das DRK nun auch den Wiederaufbau mit direkten finanziellen Mitteln.

In den vom Hochwasser betroffenen Regionen erhalten Geschädigte finanzielle Soforthilfe, um akute Notlagen zu überbrücken und um zerstörte Sachwerte zu ersetzen. Weitere Regionen, die neben Biberach eine solche finanzielle Unterstützung aus dem DRK-Nothilfefond erhalten, sind Schwäbisch Hall, Schwäbisch Gmünd, Karlsruhe, Pforzheim und Hohenlohe. „Es ist eine seltene Situation, dass das DRK mit Geld kommt und nicht um Spenden bittet“, freut sich DRK-Landespräsident Dr. Lorenz Menz daher bei seinem Besuch in Biberach.

Im Beisein des DRK-Kreisverbandsvorsitzenden Peter Schneider, der Sozialdezernentin des Landkreises, Petra Alger, sowie den beiden Geschäftsführern des DRK Biberach, Peter Haug und Michael Mutschler, übergab Dr. Lorenz Menz an Landrat Dr. Heiko Schmid einen symbolischen Scheck. Schmid nahm diesen dankend entgegen: „Es ist ein Beispiel für die Solidarität des DRK mit den betroffenen Menschen.“ Der Landrat erklärte dem DRK-Landespräsidenten, im Gegensatz zu anderen betroffenen Regionen habe es im Landkreis Biberach viele Geschädigte doppelt hart getroffen. Denn, kaum hätten diese die Verwüstungen nach dem ersten Unwetter beseitigt, erste Renovierungsarbeiten

abgeschlossen und beispielsweise neue Heizungen eingebaut, sei es schon zwei Wochen später zu einer weiteren Überflutung ihrer Häuser und Wohnungen gekommen. Manche habe es bei einem weiteren Starkregen gar ein drittes Mal getroffen. Und sei die Solidarität in den Gemeinden beim ersten Unwetter allgemein noch sehr groß gewesen, so fühlten sich nun, nach weiteren Überflutungen, die Betroffenen oftmals alleine gelassen. Gerade diese besonders hart getroffenen Menschen benötigten die Hilfe sehr dringend, so Schmid. Auch Peter Schneider dankte dem Landespräsidenten und betonte die Bedeutung, welche der DRK-Kreisverband im Landkreis für die Bevölkerung habe: „Wir sind mit rund 100 hauptamtlich Beschäftigten beim DRK nicht nur eine große Firma in Biberach, sondern auch der größte Verein im Landkreis mit den meisten Ehrenamtlichen.“ Die Unwetter und Überflutungen bewertete der Kreisverbandsvorsitzende so: „Das war ein Geschehen, das wir ordentlich gemeistert haben, aber das noch lange nachwirken wird.“

Michael Mutschler, DRK-Rettungsdienstleiter und Geschäftsführer, nannte an dieser Stelle einige Zahlen rund um die Unwetter: So seien allein beim Unwetter am 26. Juni ab 20.30 Uhr innerhalb der nächsten drei Stunden rund 750 Notrufe allein für die Stadt Biberach eingegangen, rund 1.500 Gespräche wurden kreisweit an diesem Abend in der Integrierten Leitstelle mit Hilferufenden geführt. Dazu waren insgesamt zwölf Disponenten am Notrufpult, um all die Anrufe entgegenzunehmen.

In Laupheim musste an diesem Tag beim Heimatfest der Festplatz geräumt werden. In Ringschnait wurde eine Veranstaltungsfläche unterspült. Rund 150 Menschen retteten sich in die Turnhalle und wurden dort von Schnelleinsatzgruppen des DRK medizinisch versorgt und über Nacht betreut. in den betroffene Gebieten waren Personen in Fahrzeugen und Gebäuden eingeschlossen und mussten befreit werden. Beim ersten Unwetter am 29. Mai musste eine Person aus einem überfluteten Keller gerettet und reanimiert werden. Trotz allem Unglück habe es glücklicherweise jedoch keine schwerverletzten Personen oder gar Tote gegeben, so Mutschler.

17. August 2016 17:16 Uhr. Alter: 1 Jahre