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IM NOTFALL

NOTRUF 112
Integrierte Leitstelle (ILS)
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Digitalfunk rückt in greifbare Nähe

Rettungsdienst, Feuerwehr und Bevölkerungsschutz werden an das digitale Funknetz angeschlossen. Hierfür wurde an der Integrierten Leitstelle (ILS) in Biberach ein Funkmast errichtet. Die Kosten für die Richtfunkanbindung an das digitale Funknetz belaufen sich auf rund 110.000 Euro.

Der Errichtung des zehn Meter hohen Antennenmastes mit Parabolspiegel am Biberacher DRK-Zentrum sind bis zur Abnahme enorme, jahrelange Vorbereitungen vorausgegangen. Bund und Länder sahen seinerzeit vor, dass bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, alle polizeilichen und nichtpolizeilichen Bereiche der Gefahrenabwehr mit Digitalfunktechnik ausgestattet werden sollen. Unberücksichtigt waren damals allerdings die unzähligen regionalen Fragestellungen und langwierige Genehmigungsverfahren. Durch die positive Zusammenarbeit zwischen Landratsamt, DRK-Kreisverband sowie dem DRK-Landesverband Baden-Württemberg e.V. konnte nun ein großes Etappenziel erreicht werden.

Ein Grund für die Einführung des Digitalfunks auch im nichtpolizeilichen Bereich war die zwischenzeitlich anfällige analoge Funktechnik, welche auch im Hinblick auf den Datenschutz und die Datensicherheit kritisch zu sehen ist. „Wir haben schon vor einigen Jahren reagiert und Einsatzmeldungen nur im Ausnahmefall, also verbal über den analogen Funk, übermittelt. Standardmäßig wurden die Meldungen als Textnachrichten an die einzelnen Rettungsfahrzeuge gesendet.“ beschreibt DRK-Geschäftsführer Michael Mutschler die Maßnahmen. „Mit Einführung der verschlüsselten, digitalen Alarmierung im Jahr 2015, konnten wir diese Probleme lösen.“

Datensicherheit ist aber nur ein Vorteil, der neuen Digitalfunktechnik. Sie bietet auch ein Höchstmaß an Abhörsicherheit sowie die Möglichkeit der Statusübermittlung und der Datenübertragung. Vor allem aber, kann eine deutlich höhere Qualität der Sprachübertragung erreicht werden.

In den letzten Wochen wurde bei der Integrierten Leitstelle in Biberach nun der Funkmast für die Richtfunkanbindung zum Areal der Hochschule für Polizei installiert. Von dort aus findet die Einspeisung der nichtpolizeilichen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) in das digitale Funknetz statt. „Wir sind froh, nach jahrelanger Planungen endlich ein Ergebnis vorzeigen zu können. Der Digitalfunk wird von allen Beteiligten dringend benötigt.“ sagt Rainer Pfisterer, stellvertretender Sachgebietsleiter Brand- und Katastrophenschutz im Landratsamt Biberach.

Mit der vollständigen Fertigstellung ist im Herbst 2017 zu rechnen.  In einem weiteren Schritt soll die ILS Biberach, gefolgt von den Fahrzeugen des Rettungsdienstes, an das digitale Funknetz angeschlossen werden. Ein Großteil der Fahrzeuge des Bevölkerungsschutzes sind bereits mit der neuen Technik ausgestattet und benötigen zur Inbetriebnahme lediglich noch eine spezielle SIM-Karte der Bundesnetzagentur. Die Kosten für die Anbindung an das digitale Funknetz im Landkreis Biberach bzw. Rettungsdienstbereich teilen sich die Kostenträger für den Rettungsdienst (Krankenkassen) sowie das Landratsamt Biberach (Feuerwehr).

Derzeit wird eine landesweit einheitliche Beschaffung von Endgeräten geprüft. Der Landkreis Biberach wird einer der ersten Landkreise, welcher die neue Digitalfunktechnik zum Einsatz bringt.

10. Juli 2017 21:52 Uhr. Alter: 189 Tage