Sie sind hier: Aktuelles » 

IM NOTFALL

NOTRUF 112
Integrierte Leitstelle (ILS)
weitere Informationen

Von der Notfallrettung zur Palliativmedizin

LANDKREIS BIBERACH – 22 Jahre lang war Dr. Frank Nebbe Leitender Notarzt. Nun hat er sich aus dieser Funktion zurückgezogen.

Bildunterschrift:

Als Leiter des Notarztdienstes war Dr. Frank Nebbe nicht nur Ansprechpartner für die Notärzte im Landkreis und mitverantwortlich für die Organisation und Qualitätssicherung im Notarztdienst. Er war außerdem als Führungskraft des Rettungsdienstes dafür verantwortlich, bei größeren Unglücken mit vielen Verletzten, die medizinischen Maßnahmen am Notfallort zu leiten, zu koordinieren und zu überwachen.

In den vergangenen Jahre habe sich, so Dr. Nebbe, die Gesetzeslage in Baden-Württemberg in diesen Bereichen nicht unbedingt zum Besseren hin verändert: „Der lokale Gestaltungsspielraum ist deutlich geringer geworden. Vieles wird auf Landesebene vorgegeben und man ist gezwungen, dies im Lokalen umzusetzen.“

Dennoch ist Dr. Nebbe wichtig: „Die Zusammenarbeit hier im Landkreis mit der Integrierten Leitstelle und der Rettungsbasis war immer gut und angenehm. Ich war sehr gut integriert auf lokaler Ebene und auch der kleine Dienstweg hat bestens funktioniert.“

Die verantwortliche organisatorische Arbeit im Hintergrund ist kein Selbstzweck. Sie dient zuvorderst den Menschen in Not, damit diese qualitativ gut und schnell versorgt werden können.“ Während seiner 22 Jahre als Leitender Notarzt ist Dr. Frank Nebbe stets auch selbst als Notarzt Einsätze gefahren. Er erklärt: „Es ist wichtig, dass man weiß wie es im Straßengraben oder im Wohnzimmer zugeht, dass man Einblick in die Praxis hat.“

Nun möchte Dr. Frank Nebbe, der nach wie vor als Oberarzt und Facharzt für Anästhesiologie in den Sana-Kliniken des Landkreises beschäftigt ist, andere Prioritäten setzen, „ein bisschen weg von der Notfallrettung, hin zur Palliativmedizin“. Gerade die Palliativmedizin werde zunehmend wichtiger, so Dr. Nebbe. Und noch etwas hat sich der 56-Jährige vorgenommen: „Ich möchte mir 2017 eine Auszeit nehmen und eine Weile für ,Ärzte ohne Grenzen‘ im Ausland arbeiten und ein paar hohe Berge besteigen, so lange es noch geht.“

Michael Mutschler, Geschäftsführer beim DRK-Kreisverband Biberach e.V. dankte Dr. Frank Nebbe für die gute Zusammenarbeit: „Dr. Frank Nebbe war an der Weiterentwicklung des Rettungsdienstes maßgeblich beteiligt.“ So war er in seinen Funktionen als Notarzt, Leitender Notarzt, Ärztlicher Verantwortlicher im Rettungsdienst nicht nur beratend im örtlichen Bereichsausschuss tätig, sondern war auch maßgeblich an der Aus-/ und Fortbildung des rettungsdienstlichen Personals, insbesondere der Notfallsanitäter, beteiligt.

Auch die gute medizintechnische Ausstattung aller im Landkreis eingesetzten Rettungsfahrzeuge war ihm stets wichtig. Die Zusammenarbeit mit Dr. Nebbe sei auf allen Ebenen immer sehr gut, konstruktiv, lösungsorientiert und freundschaftlich gewesen, sagt Mutschler, der selbst mit Dr. Frank Nebbe bei Großeinsätzen war und in Extremsituationen dessen ruhige Art und Verlässlichkeit sowie das gute Miteinander schätzte: „Wir bedauern sehr, dass Dr. Nebbe aufhört.“

Zwischenzeitlich wurde für die Funktion des Leiters der Notarztdienstes, Herr Dr. Albrecht, benannt. Die Besetzung der Funktion des Ärztlich Verantwortlichen im Rettungsdienst beim DRK soll baldmöglichst in den kommenden Wochen entschieden werden.

Text: Gabi-Ruf-Sprenger

20. Januar 2016 15:57 Uhr. Alter: 3 Jahre