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Rotes Kreuz überzeugt die TÜV-Prüfer

Beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) im Landkreis Biberach wird gut und umsichtig gearbeitet: Das haben Prüfer des TÜV Süd bestätigt, nachdem sie vier Tage lang in Biberach und an anderen Standorten im Kreis waren und dort Arbeitsweisen, Strukturen und Dokumente durchleuchtet haben. Für sein Qualitätsmanagement hat der Kreisverband mit seinen rund 230 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nun das neue TÜV-Siegel mit der Zertifizierung nach ISO 9001:2015 erhalten.

Die beiden DRK-Geschäftsführer Michael Mutschler (links) und Peter Haug freuen sich mit Oliver Luft (mitte), der die Zertifizierung als Qualitätsmanagementbeauftragter maßgeblich realisiert hat. Foto: Thomas Warnack

„So eine Zertifizierung ist für die Beteiligten eine Herausforderung“, sagt DRK-Geschäftsführer Michael Mutschler. „Da stecken Monate an Arbeit drin. Umso zufriedener sind wir alle jetzt mit den aktuellen Resultaten. Wir haben rundum gut bestanden. Unsere Ergebnisse können sich auch im Landesvergleich sehen lassen.“ Die Biberacher DRK-Leitung legt auf die regelmäßigen Qualitätsprüfungen allerhöchsten Wert. Michael Mutschler und sein Kollege Peter Haug haben die neue TÜV-Urkunde eigenhändig entgegengenommen.

„Qualitätsmanagement ist ein abstrakter Begriff – aber die Bedeutung ist umso größer für die Menschen im Kreis“, sagt Oliver Luft, der Beauftragte fürs Qualitätsmanagement beim Kreisverband. „Niemand möchte eine Notlage erleben. Aber wenn sie doch eines Tages eintritt und man den Rettungsdienst braucht, dann will man sich darauf verlassen können, in diesem Moment auch die beste Hilfe zu bekommen. Unter anderem mit unserem Qualitätsmanagement sorgen wir dafür, dass alle unsere Kräfte einheitlich vorgehen, klare Strukturen und denselben hohen Informationsstand haben.“ Das Qualitätsmanagement legt Standards für zahllose Details fest: für den Umgang mit Medikamenten ebenso wie für die Reinigung der Fahrzeuge und die Dokumentation der Arbeit, aber auch für Bewerbungsverfahren oder Anschaffungen. Außerdem ist die Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen einheitlich übers Qualitätsmanagement geregelt.

Oliver Luft organisiert das Qualitätsmanagementsystem und die Zertifizierungen beim DRK-Kreisverband. Er berichtet: „Wir sind seit 2009 durchgehend durch den TÜV Süd zertifiziert. Im Laufe der Jahre sind die Anforderungen enorm gestiegen. Durch die Umstellung auf die neue DIN ISO 9001:2015 beschäftigen wir uns jetzt auch intensiv mit dem Umfeld unserer Organisation, mit unseren Kooperationspartnern, Lieferanten und anderen, die unsere Qualität beeinflussen könnten. Es ist wichtig, dass man positive wie auch negative Entwicklungen in der jeweiligen Zusammenarbeit frühzeitig erkennt und durchdenkt, Chancen und Risiken. Gefordert ist, dass man Konzepte für mögliche Veränderungen hat, bevor sie eintreten.“

Einen weiteren Bereich hat das DRK Biberach ins Zertifizierungsverfahren mit aufgenommen: Der Fachbereich der Aus- und Fortbildung wurde erstmals geprüft und hat die Zertifizierung ebenfalls bestanden. Mutschler erklärt: „Diese Zertifizierung war die Voraussetzung, damit wir beim Regierungspräsidium Karlsruhe beantragen konnten, dass künftig auch Dritte bei uns ihre Veranstaltungen im Rahmen des Bildungszeitgesetzes abhalten können.“ Das Regierungspräsidium prüft bereits.

Als Qualitätsmanagementbeauftragter koordiniert Luft die stetige Optimierung der Qualität zentral von Biberach aus. Ihn unterstützen dabei Qualitätsbeauftragte in den sieben DRK-Rettungswachen im Kreis und in der integrierten Leitstelle, in der DRK-Kreisgeschäftsstelle sowie bei den zwölf ehrenamtlichen DRK-Gliederungen. „Bevor die TÜV-Prüfer ins Haus kommen, machen wir ein internes Audit, bei dem uns auch Fachleute aus benachbarten Kreisverbänden dabei helfen, Schwachstellen aufzuspüren“, berichtet Luft. Die Vorbereitungen haben sich ausgezahlt: „Ganz ohne Nachbesserungen ist wohl noch nie eine TÜV-Prüfung zu Ende gegangen. Aber es sind wirklich Kleinigkeiten, beispielsweise ein zusätzlicher Desinfektions-Spender im Bürotrakt oder noch bessere Verschriftlichung eines in der Praxis gut funktionierenden Prozesses.“

Seitdem der DRK-Kreisverband im Jahr 2007 auf Initiative von Michael Mutschler begonnen hat, sein Qualitätsmanagementsystem aufzubauen, sind die Zertifizierungen positiv verlaufen. 2009, nach nur 16 Monaten, bestand der Kreisverband erstmals das Audit und war seinerzeit der landesweit einzige Verband, der eine zertifizierte Organisation der Blutspende-Arbeit vorweisen konnte. 2015 wurde die Biberacher Lehrrettungswache mit ins Verfahren aufgenommen – danach war sie unter den landesweit ersten mit zertifiziertem Lehrbetrieb, so Michael Mutschler.

9. August 2018 07:15 Uhr. Alter: 8 Tage