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Startschuss für die Schulsanitäter am WG

Sich für seine Mitschüler und Mitmenschen einsetzen und im Notfall die richtige Hilfe leisten, das hat sich der Schulsanitätsdienst des Wieland-Gymnasiums in Biberach zur Aufgabe gemacht. Die zehn Schulsanitäter leisten in Zukunft professionelle Hilfe in Notlagen und behandeln kleinere Verletzungen selbstständig an der Schule.

Die Schulsanitäter leisten bei einem Rollenspiel erste Hilfe an ihrem Schulleiter Ralph Lange. Foto: Schwäbische Zeitung Biberach

„Medizin hat mich schon immer interessiert“, sagt Helmut Plonka, Leiter des Schulsanitätsdiensts am Wieland-Gymnasium. Ihm ist gelungen, innerhalb eines halben Jahres den Sanitätsdienst an der Schule aufzubauen. Dazu hat er einen Kurs absolviert, damit er den Schülern das nötige Wissen beibringen kann. Das Ganze ist Teil eines Sozialprojekts, welches vom nächsten Schuljahr an für die achten bis zehnten Klassen unter dem Motto „Tue Gutes für andere“ stattfindet.

Auch mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) stehen die Schüler in Kontakt. Ein Teil der Schulsanitäter nimmt beispielsweise in den Osterferien an einem Sanitätskurs des DRK teil, um ihr Wissen zu erweitern. Helmut Plonka ist darauf stolz und auch Manfred Rommel, Kreisausbildungsleiter beim DRK, freut sich darüber: „Das ist eine Premiere, bis jetzt hat noch kein Schulsanitätsdienst an diesem Kurs teilgenommen.“ Als kleine Geste übergibt er den Sanitätern einen Notfallrucksack.

Alarmierung über App
Funktionieren soll der Sanitätsdienst an der Schule mithilfe einer App, welche von einem Schüler des Wieland-Gymnasiums stammt. Alle Lehrer und Schulsanitäter sollen diese auf ihrem Handy installieren. Auf diese Weise kann informiert werden und die Schulsanitäter können schnellstmöglich vor Ort sein. Da im Schulgelände alle Mobilgeräte ausgeschaltet sein müssen, haben die Sanitäter eine Sondererlaubnis erhalten, ihr Handy, sofern es auf stumm geschaltet ist, mit sich zu führen. Im Notfall werden zwei der Schulsanitäter benachrichtigt, ebenso wie deren Klassenlehrer. Reagieren diese nicht, werden die anderen Helfer alarmiert.

Handelt es sich um eine kleine Verletzung, verarzten die Schulsanitäter diese und trösten den Patienten. Bei schwereren Fällen alarmieren sie den Rettungsdienst. „Wir können so die Zahl der Rettungsdienstfehleinsätze verringern“, erklärt Rommel.

Viele der Schulsanitäter haben in der Familie einen Arzt. Das ist auch für Maximilian Hinger einer der Gründe, sich zum Schulsanitäter ausbilden zu lassen: „Allgemein möchte ich mich sozial engagieren und dass meine Eltern Ärzte sind und ich somit viel zu Hause damit konfrontiert werde, spielt auch eine große Rolle.“

Für Judith Riotte ist es wichtig, dass sie viel dazulernt und weiß, wie sie sich in Gefahrensituationen verhalten muss. „Es ist nicht nur ein Gewinn für die Mitschüler, sondern auch für mich selbst. Man kann sich so viel sicherer fühlen“, berichtet Judith Riotte.

Die neuen Schulsanitäter erhalten zum Abschluss eine Urkunde und zeigen bei einem Rollenspiel, dass sie das Gelernte beherrschen. Dabei gilt es, einen besonderen Verletzten zu behandeln: Schulleiter Ralph Lange übernimmt die Rolle.

Ein Video zu den Schulsanitätern findet sich unter www.schwäbische.de/schulsanitaeter-wg


Text und Bild mit freundlicher Genehmigung der Schwäbischen Zeitung Biberach. Herzlichen Dank.

14. Februar 2018 13:02 Uhr. Alter: 122 Tage